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    Rechtsanwalt Arzthaftung Wien - Erstberatung bei Behandlungsfehlern

    Spezialisierter Rechtsanwalt für Arzthaftung & Medizinrecht

    Rechtsanwalt für Arzthaftung, Behandlungsfehler & Medizinrecht in Wien

    Spezialisierter Rechtsanwalt bei Behandlungsfehlern, Aufklärungs- und Organisationsfehlern im Arzthaftungsrecht und im Medizinrecht. Vertretung von Patienten, Ärzten und Krankenanstalten in ganz Österreich.

    • Mitglied der Rechtsanwaltskammer Wien
    • Kanzlei in 1190 Wien
    • Vertretung in ganz Österreich
    • Beratung auch per Video oder Telefon

    Verfasst von , Rechtsanwalt in WienZuletzt aktualisiert:

    Erste Schritte

    Arzthaftung – was tun?

    Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler kommt es zunächst auf vollständige Unterlagen und eine geordnete medizinische Aufarbeitung an.

    1. Fordern Sie möglichst frühzeitig die vollständige Krankengeschichte samt Befunden, OP-Berichten, Aufklärungsunterlagen und vorhandenen Bilddaten an.

    2. Die Patientenanwaltschaft kann bei der Aufarbeitung eines vermuteten Behandlungsfehlers unterstützen.

    3. Wenn Schadenersatzansprüche ernsthaft in Betracht kommen, empfiehlt sich eine frühzeitige anwaltliche Prüfung. So können Unterlagen vollständig gesichert und die medizinischen und rechtlichen Fragen auch im Hinblick auf Verjährungsfristen und ein mögliches späteres Verfahren richtig vorbereitet werden.

    Behandlungsfehler
    Diagnosefehler (radiologisch)
    Aufklärungsfehler
    Operationsfehler & Kunstfehler
    Befunderhebungsfehler
    Therapiefehler
    Organisationsverschulden
    Medikations- und Verordnungsfehler
    Fehler bei Zahnbehandlungen
    Schadenersatzklagen
    Schönheits-OPs

    Rechtsanwalt in allen Bereichen des Arzthaftungsrechts & Medizinrecht

    Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei einer Behandlung etwas schiefgelaufen ist, stellen sich viele Fragen auf einmal: Liegt wirklich ein Behandlungsfehler vor? Welche Rechte habe ich? Wie hoch ist das Schmerzengeld? Wie lange habe ich Zeit, Ansprüche geltend zu machen?

    Als auf Arzthaftung spezialisierter Rechtsanwalt in Wien beantworte ich diese Fragen strukturiert und ehrlich. Ich vertrete in ganz Österreich Patientinnen und Patienten bei der Durchsetzung von Schmerzengeld und Schadenersatz sowie Ärzte und Krankenanstalten bei der Abwehr unberechtigter Forderungen.

    Sorgfältige Analyse Ihrer medizinischen Unterlagen
    Ehrliche Einschätzung der Erfolgsaussichten
    Klare Strategie für Ihr weiteres Vorgehen
    Rechtsanwalt Arzthaftung Wien - Medizinrecht und Behandlungsfehler

    „Ich sage Ihnen offen, ob ein Anspruch nach der Aktenlage durchsetzbar ist."

    Mag. Constantin Schirmer

    Sie haben Fragen zu Ihrer Behandlung? Schildern Sie mir kurz, was passiert ist.

    Erstgespräch vereinbaren
    Definition

    Wann haftet ein Arzt? Die drei Säulen der Arzthaftung

    Arzthaftung ist die zivilrechtliche Verantwortung eines Arztes oder Krankenhauses gegenüber einem Patienten, dem bei einer Behandlung ein Schaden entstanden ist. Der Behandlungsvertrag ist ein Dienstvertrag: Geschuldet wird die Behandlung nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft (lege artis), nicht der Heilungserfolg. Die Grundlagen finden sich im ABGB (§§ 1295 ff), im Ärztegesetz und im KAKuG sowie in der Rechtsprechung des OGH. Die Haftung kann sich aus drei Gründen ergeben, die in der Praxis häufig zusammen auftreten:

    Behandlungsfehler — nicht lege artis

    Ein Behandlungsfehler (früher „Kunstfehler") liegt vor, wenn die Behandlung nicht dem zum Behandlungszeitpunkt anerkannten medizinischen Standard entsprach — bei Diagnose, Therapiewahl, Operation, Medikation oder Nachsorge.

    Aufklärungsfehler — fehlende Einwilligung

    Vor jedem Eingriff muss verständlich über Ablauf, Risiken, Alternativen und Erfolgsaussichten aufgeklärt werden. Fehlt eine ausreichende Aufklärung, gilt der Eingriff rechtlich als ohne wirksame Einwilligung erfolgt — auch wenn er handwerklich einwandfrei war. Bei Schönheitsoperationen gilt der strengste Maßstab.

    Organisationsfehler — wenn das System versagt

    Krankenhäuser müssen ausreichend qualifiziertes Personal, funktionierende Geräte, Hygiene und geregelte Zuständigkeiten sicherstellen. Kommt der Schaden aus dieser organisatorischen Ebene, haftet das Krankenhaus auch ohne nachgewiesenes individuelles Fehlverhalten.

    Schwerpunkte

    Meine Schwerpunkte im Arzthaftungsrecht & Medizinrecht

    Behandlungsfehler

    Fehler bei der medizinischen Behandlung selbst – nicht lege artis erbrachte Leistung

    Diagnosefehler (radiologisch)

    Verspätete oder übersehene Befunde, insbesondere in der Bildgebung

    Aufklärungsfehler

    Mangelnde Information über Risiken, Alternativen und Folgen vor dem Eingriff

    Operationsfehler & Kunstfehler

    Fehler im OP-Saal sowie chirurgische Komplikationen

    Befunderhebungsfehler

    Unterlassene oder lückenhafte Abklärung mit Schadensfolge

    Therapiefehler

    Falsche oder fehlerhaft durchgeführte Therapie

    Organisationsverschulden

    Fehler in der Organisation des Krankenhauses (Personal, Hygiene, Dienstplan)

    Medikations- und Verordnungsfehler

    Falsche Arzneimittel, Dosierungen oder Wechselwirkungen

    Fehler bei Zahnbehandlungen

    Von Wurzelbehandlungen bis Implantaten

    Schönheits-OPs

    Strengster Aufklärungsmaßstab bei rein ästhetischen Eingriffen

    Schadenersatzklagen

    Durchsetzung sämtlicher Ansprüche nach österreichischem Recht

    Feststellungsbegehren

    Absicherung künftiger, noch nicht absehbarer Schäden (§ 228 ZPO)

    Ihre Ansprüche

    Schadenersatz und Schmerzengeld bei Behandlungsfehlern

    Bei einem nachgewiesenen Fehler können mehrere, voneinander unabhängige Ansprüche geltend gemacht werden. In der Summe geht es oft um erhebliche Beträge.

    Schmerzengeld

    Ausgleich für körperliche und seelische Schmerzen, einschließlich Verlust an Lebensfreude (§ 1325 ABGB).

    Heilungskosten

    Kosten für Behandlungen, Medikamente, Physiotherapie, Rehabilitation und Hilfsmittel.

    Verdienstentgang

    Ersatz für entgangenen Verdienst — bei Selbständigen Gewinnentgang, bei Angestellten Nettogehalt.

    Pflegekosten

    Kosten professioneller Pflege — auch wenn Angehörige unentgeltlich pflegen.

    Haushaltsführungsschaden

    Ersatz für eingeschränkte oder nicht mehr mögliche Haushaltsführung.

    Folgebehandlungen

    Kosten künftiger medizinischer Maßnahmen und Nachsorge.

    Feststellungsklage

    Sichert künftige Ansprüche aus demselben Sachverhalt ab und unterbricht die Verjährung.

    Wie hoch ist das Schmerzengeld?

    Bei ärztlichen Behandlungsfehlern richtet sich die Höhe nach Art, Dauer und Intensität der körperlichen und psychischen Schmerzen sowie nach allfälligen Dauerfolgen. Als Orientierung dienen die Sätze je komprimiertem Schmerztag, die Hofrat Prof. Dr. Franz Hartl, Präsident des LG Korneuburg i.R., jährlich bei allen Oberlandes- und Landesgerichten erhebt und in der Richterzeitung veröffentlicht (Hartl, Schmerzengeldsätze in Österreich in Euro, RZ 2026, 35, Stand Februar 2026). Für das OLG Wien nennt die Tabelle 2026 die rechts angeführten Werte als Untergrenze, wobei die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind. Das OLG Wien hat diese Sätze etwa in seiner Entscheidung vom 30.04.2026, 16 R 183/25m, herangezogen.

    Tagsätze OLG Wien 2026

    SchmerzenTagsatz
    Leichte Schmerzen€ 120 / Tag
    Mittlere Schmerzen€ 240 / Tag
    Starke Schmerzen€ 360 / Tag
    Qualvolle Schmerzendarüber (Einzelfall)

    Typische Gesamtbeträge

    FallRahmen
    Leichter Eingriff, keine Dauerfolgen€ 1.500 – € 8.000
    Mittelschwere Verletzung€ 8.000 – € 30.000
    Dauerhafte Folgen€ 30.000 – € 100.000
    Schwerste Folgeschäden€ 100.000 – € 300.000+

    OGH 2 Ob 237/01v betraf einen Zuspruch von € 218.018,50 bei schwersten Verletzungsfolgen. Die historische Entscheidung ist kein aktueller Höchstbetrag und keine Prognose für einen anderen Fall. Das Schmerzengeld ist dabei nur ein Teil der Gesamtforderung. Mit Heilungskosten, Verdienstentgang, Pflegekosten und Haushaltsführungsschaden können schwere Arzthaftungsfälle sechs- bis siebenstellige Beträge erreichen.

    Diese Sätze sind nicht verbindlich. Nach ständiger Rechtsprechung des OGH ist das Schmerzengeld als Globalentschädigung nach den Umständen des Einzelfalls zu bemessen. Schmerzperioden dienen nur als Bemessungshilfe, nicht als Berechnungsmethode (RIS-Justiz RS0125618; OGH 28.01.2021, 8 Ob 98/20z). Bleibende Gesundheitsschäden, dauerhafte Funktionseinschränkungen und psychische Belastungen werden zusätzlich berücksichtigt. Rechtsgrundlage ist § 1325 ABGB.

    Beweisrecht

    Beweislast, Patientenakte und Gutachten

    Im Arzthaftungsprozess muss neben der medizinischen Beurteilung geklärt werden: Wer muss im Prozess was beweisen? Grundsätzlich müssen Sie als Kläger den Behandlungsfehler, den Schaden und die Kausalität beweisen. Die Rechtsprechung hat dazu wichtige Beweiserleichterungen entwickelt.

    Grober Behandlungsfehler

    Bei einem groben Behandlungsfehler können nach der österreichischen Rechtsprechung Beweiserleichterungen insbesondere hinsichtlich der Kausalität greifen.

    Dokumentationsmängel in der Beweiswürdigung

    Das Ärztegesetz verpflichtet zu vollständiger Dokumentation. Dokumentationsmängel können sich im Prozess erheblich auf die Beweiswürdigung auswirken. Welche Folgen eine unvollständige Dokumentation hat, hängt von den Umständen des Einzelfalls und der konkreten Beweisfrage ab.

    Anscheinsbeweis bei typischen Fehlern

    Bei bestimmten Fehlern spricht der typische Geschehensablauf für sich: Tupfer im Körper, vertauschte Proben, falsche Seite operiert. Der Arzt muss dann einen anderen Ablauf darlegen.

    Risiko aus der Sphäre des Krankenhauses

    Stromausfall, defektes Gerät, Hygieneversagen, Organisationsfehler — verwirklicht sich ein Risiko aus der Krankenhaussphäre, muss dieses beweisen, dass niemanden ein Verschulden trifft.

    Die Patientenakte als Beweismittel

    Patientinnen und Patienten haben nach § 51 ÄrzteG und Art 15 DSGVO grundsätzlich Anspruch auf Einsicht und Kopie der sie betreffenden Krankengeschichte. Ärztliche Aufzeichnungen sind grundsätzlich mindestens zehn Jahre aufzubewahren. Für Krankenanstalten und einzelne Unterlagen können andere Fristen gelten. Eine sorgfältige Durchsicht kann Dokumentationslücken oder Widersprüche sichtbar machen, die für die Beweiswürdigung relevant sind.

    Das medizinische Sachverständigengutachten

    Im Prozess bestellt das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen, der klärt, ob die Behandlung fachgerecht war und ob der Fehler ursächlich für den Schaden ist. Ist ein Gutachten unvollständig oder widersprüchlich, kann ein Ergänzungsgutachten beantragt werden. Ein vorab eingeholtes Privatgutachten liefert eine realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten und schärft die Fragestellungen an den gerichtlichen Sachverständigen.

    Für mögliche Beweiserleichterungen sind die konkreten Dokumentationsmängel und medizinischen Abläufe aufzuarbeiten.

    Krankenunterlagen und Behandlungsverlauf aufarbeiten

    Bei der Aufarbeitung eines möglichen Behandlungsfehlers werden zunächst die vollständigen Krankenunterlagen und der zeitliche Behandlungsverlauf benötigt. Danach ist zu klären, welcher medizinische Standard einzuhalten war, worin die behauptete Abweichung liegt, welcher Gesundheitsschaden eingetreten ist und ob dieser auf den behaupteten Fehler zurückzuführen ist.

    Ob eine Behandlung fachgerecht war, wird im Gerichtsverfahren regelmäßig durch medizinische Sachverständige beurteilt. Die anwaltliche Tätigkeit liegt darin, den Sachverhalt vollständig aufzubereiten, medizinische Fragen präzise zu formulieren und Gutachten auf Widersprüche zur Dokumentation und zum Behandlungsverlauf zu prüfen.

    Die Verfahrensdauer hängt von medizinischer Komplexität, Anzahl der Sachverständigen, Beweisaufnahmen, Umfang der Krankengeschichte und allfälligen Rechtsmitteln ab. Eine Revision steht nur unter den gesetzlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen offen.

    Fristen

    Verjährung und Ablauf eines Arzthaftungsverfahrens

    Die Frage der Verjährung wird regelmäßig unterschätzt: Wer zu lange wartet, verliert seine Ansprüche endgültig. In Österreich gelten nach § 1489 ABGB die dreijährige Kenntnisfrist und die gesetzlich geregelten Fälle der 30-jährigen Frist.

    3 Jahre

    ab Kenntnis von Schaden und Schädiger (subjektive Frist).

    30 Jahre

    in den gesetzlich geregelten Fällen, etwa bei fehlender Kenntnis von Schaden oder Schädiger. Beginn und Anwendbarkeit sind gesondert zu prüfen.

    Spätfolgen-Problematik: Viele Behandlungsfehler zeigen ihre Folgen erst Jahre später — etwa nicht erkannte Tumore, übersehene Frakturen, Implantatprobleme oder schleichende Organschäden. Die dreijährige Frist beginnt dann erst mit Kenntnis des eigentlichen Schadens.

    Feststellungsklage nach § 228 ZPO: Damit auch noch nicht absehbare künftige Schäden erhalten bleiben, wird parallel zum Hauptbegehren häufig ein Feststellungsbegehren erhoben. Es unterbricht die Verjährung für alle künftigen Folgen aus demselben Sachverhalt.

    So läuft ein Arzthaftungsverfahren ab

    1. 1

      Erstprüfung

      Gespräch, Sichtung der Unterlagen, Einschätzung der Erfolgsaussichten, Verjährungsprüfung.

    2. 2

      Beweissicherung

      Anforderung der vollständigen Patientenakte, ggf. mit gerichtlichem Beweissicherungsantrag.

    3. 3

      Privatgutachten

      Bei komplexen Fällen kann eine fachliche Vorprüfung die Beweislage und verbleibende Unsicherheiten klären.

    4. 4

      Außergerichtliche Anspruchsanmeldung

      Strukturierte Aufforderung an Arzt, Krankenhaus und Haftpflichtversicherung. In einigen Fällen führt das bereits zur Einigung.

    5. 5

      Klage

      Vertretung vor allen Gerichten in Österreich. Bei Streitwerten über € 15.000 ist das zuständige Landesgericht zuständig, darunter das örtlich zuständige Bezirksgericht.

    6. 6

      Sachverständigenverfahren

      Das Gericht bestellt einen medizinischen Sachverständigen. Fragen werden sorgfältig formuliert. Bei Unklarheiten folgt ein Ergänzungsgutachten.

    7. 7

      Verhandlung, Urteil oder Vergleich

      Oft kommt es nach Vorliegen des Gutachtens zum Vergleich. Sonst Urteil — Berufung innerhalb von vier Wochen möglich.

    Kosten

    Was kostet die anwaltliche Vertretung?

    Die Kosten der Erstberatung werden vor dem Gespräch transparent vereinbart — als Pauschalhonorar für das Erstgespräch oder als Zeithonorar nach Aufwand.

    Für die weitere Vertretung kommen mehrere Modelle in Betracht: Ist Arzthaftung in Ihrer Rechtsschutzversicherung eingeschlossen, kann diese nach Maßgabe einer Deckungszusage Kosten übernehmen. Selbstbehalte und Deckungsgrenzen sind zu prüfen. Die Deckungsanfrage stelle ich für Sie. Nach Deckungszusage kann – soweit vom Versicherungsschutz umfasst und möglich – direkt mit dem Rechtsschutzversicherer abgerechnet werden. Alternativ erfolgt die Vertretung nach Rechtsanwaltstarifgesetz (RATG) oder als Pauschal- bzw. Zeithonorar. Die obsiegende Partei erhält nach § 41 ZPO die Prozesskosten grundsätzlich vom Gegner ersetzt. Kostenrisiken werden vor Klagsführung im Einzelfall durchgerechnet und offen besprochen.

    Als spezialisierter Rechtsanwalt im Medizinrecht vertrete ich auch bei angrenzenden Fragen — etwa im Versicherungsrecht rund um Haftpflicht- und Rechtsschutzdeckung, im Strafrecht bei parallelen Vorwürfen wie fahrlässiger Körperverletzung oder eigenmächtiger Heilbehandlung, sowie bei Personenschäden nach einem Verkehrsunfall oder einem Skiunfall mit Fehlern bei der Erstversorgung.

    Meine Herangehensweise

    Behandlungsverlauf, Gutachten und Haftung sorgfältig trennen

    Ein unerwünschter Behandlungsverlauf ist nicht automatisch ein Behandlungsfehler. Ich prüfe, ob ein medizinischer Standard verletzt, die Aufklärung unzureichend oder ein Schaden rechtlich zurechenbar verursacht wurde. Medizinische Unterlagen und die gezielte Auseinandersetzung mit Sachverständigengutachten stehen dabei im Mittelpunkt.

    Medizinische Gutachten präzise hinterfragen

    Zu unterscheiden sind Indikation, fachgerechte Durchführung, Befunderhebung, Aufklärung, Einwilligung, Kausalität und Schaden. Arztbriefe, OP-Berichte, Bildgebung, Labor-, Pflege- und Aufklärungsdokumente arbeite ich chronologisch auf.

    Ein Gutachten muss auf nachvollziehbaren Befunden beruhen und die relevanten Fragen beantworten. Bei Lücken kommen Ergänzungsfragen oder eine Erörterung des Gutachtens in Betracht. Die medizinische Fachbeurteilung obliegt den Sachverständigen, die rechtliche Einordnung dem Gericht.

    Persönliche, realistische Prüfung

    Zunächst kläre ich, welche Unterlagen fehlen und welche Anspruchsgrundlagen in Betracht kommen. Eine mangelhafte Dokumentation beweist nicht automatisch einen Behandlungsfehler. Umgekehrt kann auch ein technisch korrekter Eingriff aufklärungsrechtliche Fragen aufwerfen.

    Aufwand, Gutachtenskosten, Beweislast und verbleibende Unsicherheiten bespreche ich offen.

    Typische Fallkonstellationen

    Typische Fallkonstellation – illustrativ, kein berichtetes Kanzleimandat

    1. 01

      Verspätete Diagnostik

      Damalige Symptome, gebotene Befunde und die Frage, ob sich der Verlauf bei früherer Abklärung geändert hätte.

    2. 02

      Unzureichende Aufklärung vor einer planbaren Operation

      Risiken, Behandlungsalternativen und die Frage, ob der Patient bei vollständiger Information zugestimmt hätte.

    3. 03

      Typische nicht lege artis Behandlung

      Standardverstöße bei Durchführung, Befunderhebung oder Dokumentation und die daraus folgenden Beschwerden.

    Im Erstgespräch klären wir anhand Ihrer Unterlagen die rechtlichen Möglichkeiten, laufende Fristen und das Kostenrisiko.

    Anonymisierte Kanzleimandate

    Aus der anwaltlichen Praxis

    Anonymisierte Mandate aus der Praxis als Rechtsanwalt für Arzthaftung in Wien — von der Herausgabe der Krankenunterlagen bis zur Durchsetzung von Schmerzengeld und Schadenersatz.

    Komplikationen nach einer Operation an der Wirbelsäule

    Nach einem operativen Eingriff im Rückenbereich kam es bei meinem Mandanten zu einer massiven Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands. Im Zuge der rechtlichen Aufarbeitung stand die Frage im Vordergrund, ob für die Operation überhaupt eine medizinische Indikation vorlag und ob der Eingriff lege artis durchgeführt wurde. Zudem wurde intensiv geprüft, ob die ärztliche Aufklärung im Vorfeld ordnungsgemäß erfolgte.

    Fehlerhafte Zahnbehandlung

    Nach einer zahnchirurgischen Operation litt mein Mandant unter anhaltenden Beschwerden und vermutete einen Behandlungsfehler. Zu Beginn wurde zunächst der gesetzliche Anspruch auf Herausgabe der vollständigen Behandlungsdokumentation nach dem Zahnärztegesetz gegenüber dem behandelnden Zahnarzt durchgesetzt. Auf Grundlage der Krankenunterlagen konnte der Behandlungsverlauf geprüft werden.

    Nach rechtlicher und medizinischer Aufarbeitung des Sachverhalts wurden die Schadenersatz- und Schmerzengeldansprüche gegenüber dem behandelnden Zahnarzt sowie dessen Berufshaftpflichtversicherung geltend gemacht. Durch die strukturierte Beweissicherung und die fachliche Begleitung konnten die berechtigten Ansprüche meines Mandanten durchgesetzt werden.

    Mangelhafte Schönheitsoperation

    Nach einer ästhetischen Brustoperation entsprach das Operationsergebnis nicht den Erwartungen meiner Mandantin. Da es sich um einen medizinisch nicht indizierten Eingriff handelte, lag der Schwerpunkt der rechtlichen Prüfung auf der Einhaltung der besonders strengen ärztlichen Aufklärungspflichten bei kosmetischen Operationen. Hierzu wurden zunächst die vollständigen Behandlungsunterlagen angefordert und insbesondere die Dokumentation der Aufklärung eingehend überprüft.

    Unter Beiziehung eines medizinischen Sachverständigen wurde anschließend untersucht, ob das Operationsergebnis auf einen Behandlungsfehler oder auf eine unzureichende bzw. unrichtige ärztliche Aufklärung zurückzuführen war. Auf Grundlage der rechtlichen und medizinischen Beurteilung konnten die Ansprüche auf Schmerzengeld, Verunstaltungsentschädigung sowie Rückerstattung der bereits bezahlten Behandlungskosten gegenüber der behandelnden Ärztin und deren Berufshaftpflichtversicherung erfolgreich außergerichtlich durchgesetzt werden.

    Alle Fallbeispiele sind anonymisiert und in einzelnen Details verändert.

    Rechtsanwalt Arzthaftung & Medizinrecht Wien

    Wie wir Behandlungsfehler in Wien anwaltlich prüfen

    Am Anfang steht selten ein Gutachten, sondern ein Verdacht: Der Verlauf nach der Operation passt nicht zur Aufklärung, die behandelnde Abteilung weicht Fragen aus. Als Rechtsanwalt für Arzthaftung und Medizinrecht in Wien fordere ich deshalb zunächst die vollständige Krankengeschichte nach § 51 ÄrzteG an — einschließlich Operationsbericht, Anästhesie- und Pflegedokumentation sowie der Aufklärungsbögen. Erst diese Unterlagen erlauben eine belastbare Einschätzung. Ohne sie ist jede Prognose Spekulation.

    Zu trennen sind zwei Anspruchsgrundlagen, die in der Praxis oft vermengt werden: der Behandlungsfehler, der dem Patienten in vollem Umfang zu beweisen ist, und der Aufklärungsfehler, bei dem die Behandlerseite die ordnungsgemäße Aufklärung nachweisen muss. Gerade die zweite Schiene trägt Verfahren, in denen der medizinische Standard eingehalten wurde, das Risiko aber nie zur Sprache kam. Dokumentationsmängel können Beweiserleichterungen begründen. Ihre Reichweite hängt von der Dokumentationspflicht und der konkreten Beweisfrage ab.

    Vor einer Klage prüfe ich, ob die Patientenanwaltschaft, die Schlichtungsstelle der Ärztekammer oder der Patientenentschädigungsfonds nach § 27a KAKuG der schnellere Weg ist. Führt dies nicht weiter, mache ich Schmerzengeld, Verdienstentgang, Pflegemehraufwand und künftige Folgeschäden gerichtlich geltend — bei Dauerfolgen prüfe ich zusätzlich ein Feststellungsbegehren zur Wahrung künftiger Ansprüche. Zur Deckung des Kostenrisikos kläre ich vorab die Rechtsschutzdeckung.

    Unsere Kanzlei verfügt über fundierte medizinrechtliche Kenntnisse, umfassende Prozesserfahrung im Bereich der Arzthaftung und ein über zahlreiche Verfahren erworbenes, vertieftes medizinisches Verständnis. Dies ermöglicht uns insbesondere, gezielte Fragen an gerichtlich bestellte Sachverständige zu richten, medizinische Gutachten kritisch zu hinterfragen und Ihre Interessen bei Behandlungs- und Aufklärungsfehlern sowohl rechtlich als auch in medizinischer Hinsicht bestmöglich zu vertreten.

    Die Darstellung ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

    Häufige Fragen

    Häufig gestellte Fragen zur Arzthaftung

    Die wichtigsten Antworten zu Behandlungsfehlern, Schmerzengeld, Verjährung und Verfahrensablauf — mit Verweisen auf RIS-Justiz und das ABGB.

    Fordern Sie die vollständigen Krankenunterlagen einschließlich Befunden, OP-Berichten, Bildgebung und Aufklärungsdokumentation an. Notieren Sie den Behandlungsverlauf und sichern Sie die Anfrage. Die Anforderung wahrt keine Verjährungsfrist. Lassen Sie die Fristen deshalb unabhängig davon frühzeitig prüfen.

    Zu prüfen sind Fehler, Gesundheitsschaden, Kausalität, Rechtswidrigkeit und Verschulden. Bei vertraglicher Haftung muss die Behandlerseite nach § 1298 ABGB fehlendes Verschulden beweisen. Auch bei fachgerechter Behandlung kann unzureichende Aufklärung eine Haftung begründen. Schaden, betroffene Risiken und ein Einwand hypothetischer Einwilligung sind gesondert zu beurteilen.

    Nach § 1489 ABGB gilt grundsätzlich eine dreijährige Frist ab ausreichender Kenntnis von Schaden und Schädiger. Daneben bestehen die gesetzlich geregelten Fälle einer 30-jährigen Frist. Für künftige Folgen kann ein Feststellungsbegehren erforderlich sein. Anspruchsanmeldung und außergerichtliche Gespräche ersetzen keine individuelle Fristenprüfung.

    Entscheidend sind Inhalt und Zeitpunkt der Informationen über Eingriff, Risiken und Behandlungsalternativen. Ein unterschriebener Aufklärungsbogen beendet die Prüfung nicht automatisch. Die Behandlerseite muss ausreichende Aufklärung beweisen. Beruft sie sich auf hypothetische Einwilligung, muss sie nachweisen, dass der Patient auch bei ordnungsgemäßer Aufklärung zugestimmt hätte.

    Die Patientenseite muss grundsätzlich Behandlungsfehler, Schaden und Kausalität beweisen. Bei vertraglicher Haftung liegt der Nachweis fehlenden Verschuldens bei der Behandlerseite, ebenso der Nachweis ausreichender Aufklärung. Dokumentationsmängel und typische Abläufe können Beweiserleichterungen begründen. Dafür sind die konkreten Tatsachen und Unterlagen aufzuarbeiten.

    Fordern Sie die Unterlagen schriftlich an und dokumentieren Sie den Zugang. Umfang und Fristen richten sich unter anderem nach dem Krankenanstaltenrecht, ÄrzteG und Art. 15 DSGVO. Bei Ablehnung kommen eine Patientenanwaltschaft, die Datenschutzbehörde oder gerichtliche Schritte in Betracht. Dokumentationsmängel führen nicht automatisch zu einer bestimmten Beweisfolge.

    Das Honorar wird vor dem Gespräch vereinbart. Eine Rechtsschutzversicherung kann Kosten im Umfang ihrer Deckungszusage übernehmen. Selbstbehalte, Deckungsgrenzen und Prozessrisiko werden vor einer Klage besprochen. Tarifmäßiger Kostenersatz kann vom vereinbarten Honorar abweichen. Teilobsiegen und Einbringlichkeit sind ebenfalls zu berücksichtigen.

    Nach Prüfung der Krankenunterlagen und Verjährung kommen außergerichtliche Anspruchsgeltendmachung und gegebenenfalls eine Klage mit Leistungs- und Feststellungsbegehren in Betracht. Im Prozess wird regelmäßig ein medizinisches Sachverständigengutachten eingeholt. Dauer, zulässige Rechtsmittel und Fristen hängen von Beweisumfang und konkreter Entscheidung ab.

    Hinweis: Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen wurden sorgfältig recherchiert und nach bestem Wissen aufbereitet. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Eine verbindliche rechtliche Beurteilung ist stets vom konkreten Einzelfall abhängig und erfordert eine eingehende Prüfung durch einen Rechtsanwalt. Eine pauschale Auskunft – insbesondere zu Erfolgs- oder Kostenfragen – ist nicht möglich. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen.

    Erstberatung Arzthaftung – Rechtsanwalt in Wien

    Schildern Sie kurz Ihren Sachverhalt – Sie erhalten eine klare Einschätzung zu Erfolgsaussichten, Fristen und Kosten. Termine sind persönlich in der Kanzlei in 1190 Wien oder als Video- bzw. Telefonberatung möglich.