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    Rechtsanwalt für KFZ-Recht in Wien – rechtliche Prüfung beim Fahrzeugkauf

    KFZ-Kauf – Garantie

    Garantie beim Auto: Abgrenzung zur Gewährleistung

    Warum Garantie und gesetzliche Gewährleistung zwei verschiedene Anspruchsgrundlagen sind, welche Obliegenheiten Garantiebedingungen üblicherweise vorsehen und was bei einer Ablehnung zu prüfen ist.

    ÖRAKMitglied der Rechtsanwaltskammer Wien

    Mag. Constantin Schirmer · RechtsanwaltZuletzt aktualisiert:

    Überblick: Rechtsanwalt für KFZ-Recht und Fahrzeugkauf in Wien – dort finden Sie den Ablauf beim Streit um ein gekauftes Fahrzeug, von der Mängelrüge bis zur Rückabwicklung und zur Klage.

    Abgrenzung

    Garantie ist nicht Gewährleistung

    Die beiden Begriffe werden im Alltag oft gleichgesetzt. Rechtlich handelt es sich um zwei voneinander unabhängige Grundlagen, die nebeneinander bestehen können.

    Die gesetzlichen Behelfe stellen wir unter Gewährleistung beim Autokauf dar.

    Gewährleistung ist die gesetzliche Haftung des Verkäufers dafür, dass die Sache bei Übergabe dem Vertrag entspricht (§ 922 ABGB). Sie setzt kein Verschulden voraus und knüpft an den Zustand im Übergabezeitpunkt an.

    Garantie ist demgegenüber eine freiwillige vertragliche Zusage – etwa des Herstellers, Händlers oder eines Garantieversicherers. Ihr Inhalt richtet sich nach den Garantiebedingungen. Diese können den Umfang beschränken, etwa auf bestimmte Bauteile, Laufleistungen, Zeiträume oder Selbstbehalte.

    Eine Garantie darf die gesetzliche Gewährleistung nicht ersetzen: Beim Verbrauchergeschäft bleiben die gesetzlichen Rechte gegenüber dem Verkäufer nach dem KSchG und dem Verbrauchergewährleistungsrecht in der Regel bestehen.

    Bedingungen

    Typische Obliegenheiten in Garantiebedingungen

    Ablehnungen werden in der Praxis häufig nicht mit dem Schaden selbst, sondern mit einer verletzten Obliegenheit begründet.

    • Serviceintervalle – Einhaltung der vorgeschriebenen Wartung, teils nur in bestimmten Werkstätten.
    • Meldepflichten – unverzügliche Anzeige des Schadens vor Reparaturbeginn und Freigabe durch den Garantiegeber.
    • Ausschlüsse – Verschleißteile, Betriebsstoffe, Folgeschäden, Einsatz im Motorsport, technische Änderungen.
    • Kostengrenzen – Deckelung auf Zeitwert oder Selbstbehalte pro Schadensfall.

    Ob eine Klausel im konkreten Vertrag wirksam ist, ist gesondert zu beurteilen. Bei Verbraucherverträgen kommt eine Inhalts- und Transparenzkontrolle in Betracht; gröblich benachteiligende oder unklare Klauseln können unwirksam sein.

    Vorgehen

    Wenn der Garantiegeber ablehnt

    Eine Ablehnung ist kein Endpunkt. Zu prüfen ist, ob parallel Gewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer bestehen.

    Meist empfiehlt sich ein zweigleisiges Vorgehen. Zum einen wird die Ablehnung anhand der Garantiebedingungen geprüft, zum anderen wird der Verkäufer aus Gewährleistung in Anspruch genommen. Innerhalb der ersten zwölf Monate nach Übergabe kommt beim Verbrauchergeschäft die gesetzliche Vermutung zugute, dass ein hervorgekommener Mangel bereits bei Übergabe vorlag; diese Vermutungsregel ist von der Gewährleistungsfrist zu unterscheiden.

    Wichtig ist, den Schaden vor der Reparatur zu dokumentieren und die Fristen des § 933 ABGB im Auge zu behalten. Welche Vorgangsweise im Einzelfall vorzuziehen ist, klären wir nach Einsicht in Kaufvertrag, Garantiebedingungen und Werkstattbefund.

    Häufige Fragen zur Auto-Garantie

    Die Gewährleistung ist die gesetzliche Haftung des Verkäufers für Mängel, die bei Übergabe vorlagen. Die Garantie ist eine freiwillige Zusage mit eigenen Bedingungen. Beide können nebeneinander bestehen; die Garantie ersetzt die gesetzlichen Rechte grundsätzlich nicht.

    Das hängt von den Garantiebedingungen ab. Enthalten sie eine Werkstattbindung, kann eine Verletzung dieser Obliegenheit zum Verlust führen; ob eine solche Klausel im Einzelfall wirksam und der Verstoß für den Schaden relevant ist, ist gesondert zu prüfen. Die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Verkäufer bleibt davon in der Regel unberührt.

    Zu prüfen ist die Begründung anhand der Bedingungen und parallel, ob Gewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer bestehen. Der Schaden sollte vor Reparaturbeginn dokumentiert werden, weil sonst der Nachweis erschwert wird.

    Garantiebedingungen schließen Verschleiß häufig aus. Ob ein Schaden als normaler Verschleiß oder als vorzeitiger, untypischer Defekt zu werten ist, ist eine technische Frage und im Einzelfall zu beurteilen.

    Erstberatung KFZ-Kaufrecht – Rechtsanwalt in Wien

    Schildern Sie kurz Ihren Sachverhalt – Sie erhalten eine klare Einschätzung zu Erfolgsaussichten, Fristen und Kosten. Termine sind persönlich in der Kanzlei in 1190 Wien oder als Video- bzw. Telefonberatung möglich.

    Über den Autor

    Mag. Constantin Schirmer

    Rechtsanwalt in Wien · Mitglied der Rechtsanwaltskammer Wien

    Eingetragener Rechtsanwalt (Mag. iur.), zugelassen bei der Rechtsanwaltskammer Wien. Umfassende Erfahrung in der gerichtlichen und behördlichen Vertretung in ganz Österreich.

    Hinweis: Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen wurden sorgfältig recherchiert und nach bestem Wissen aufbereitet. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Eine verbindliche rechtliche Beurteilung ist stets vom konkreten Einzelfall abhängig und erfordert eine eingehende Prüfung durch einen Rechtsanwalt. Eine pauschale Auskunft – insbesondere zu Erfolgs- oder Kostenfragen – ist nicht möglich. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen.